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HERZOGTUM LAUENBURG
Pressespiegel - Wer schenkt psychisch kranken Menschen etwas Zeit?
Lübecker Nachrichten, Herzogtum Lauenburg, 30.12.2016, Seite 14, Silke Geercken

Brücke in Ratzeburg und Schwarzenbek sucht ehrenamtliche Helfer –
Café in Ratzeburg ist täglich für alle Bürger geöffnet
Von Silke Geercken
Ratzeburg/Schwarzenbek. Maria mag gerne backen, traut sich aber nicht, allein die Zutaten für einen Kuchen für ihre Gruppe zu besorgen. Michael möchte gern zu einem Konzert in Lübeck, aber die Menschenmenge macht ihm Angst, er sucht einen Begleiter. Zwei Beispiele aus dem Alltag psychisch kranker Menschen, die von der „Brücke Schleswig-Holstein“ betreut werden. Für die Cafés/Begegnungsstätten in Ratzeburg und Schwarzenbek werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft an die Hand nehmen, mit ihnen klönen, backen, stricken oder werkeln. Im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es rund 300 psychisch kranke Menschen. Auch wenn es optisch nicht immer erkennbar ist, sie sind krank, haben Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Essstörungen, Psychosen. Die Brücke SH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und als Mitglied im Paritätischen weder kirchlich noch weltanschaulich gebunden. Die Brücke im Kreis betreut rund 150 Menschen, 70 von ihnen ambulant, 45 teilstationär in eigenen Wohngruppen, 25 vollstationär in einem Wohnhaus in Schwarzenbek. Die Klienten haben einen fest strukturierten Tagesablauf, aber für die vielen kleinen Vergnügungen im Alltag fehlt den Therapeuten die Zeit. Dafür wurden sie ja auch nicht ausgebildet. „Wir suchen Menschen, die zwei, drei Stunden pro Woche übrig haben, um diese mit unseren Klienten zu verbringen“, sagt Diplom-Psychologe Helmut Oldewurtel. Nicht nur für Ratzeburg, auch für die Schwarzenbeker Einrichtung werden Ehrenamtliche gesucht. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt: Ob vorlesen oder Kartenspielen, fotografieren oder Ausflüge mit dem Brücke-Auto, -Rad oder -Kanu (die Brücke hat drei eigene) – jeder Ehrenamtliche kann das machen, wozu er Spaß hat und sein Hobby einbringen. „Wir freuen uns über jede Anregung. Wie viele Stunden der Ehrenamtliche bei uns mitmachen möchte, bestimmt er selbst“, so Oldewurtel. Im Café Miteinander in Ratzeburg, das vor sechs Jahren eröffnet wurde, gibt es inzwischen elf Ehrenamtliche, acht von ihnen sind ehemalige Klienten. Es gibt Kunst-, Musik- und Kreativgruppen und die beiden Therapiehunde „Sina“ und „Marah“ ,die den Alltag der Kranken bereichern und ihnen Sicherheit geben. Leni: „Für mich seid ihr während der Hausbesuche eine positive Unterstützung, da ihr sofort Kontakt aufnehmt. Ihr weckt neue Impulse, macht Lust auf ausgedehnte Spaziergänge und Gespräche mit anderen Hundebesitzern. Durch eure Begleitung zu Ämtern fühle ich mich weniger nervös.“ Wer eine Tätigkeit bei der Brücke aufnehmen möchte, wird nicht allein gelassen. Pädagogische Fachkräfte begleiten die Ehrenamtler. Oldewurtel: „Wer anderen Menschen helfen möchte, ist bei uns richtig, denn er erfährt bei uns Anerkennung und Wertschätzung.“

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