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Foto: Lisa Gürtler
Mein Jahr bei der Brücke SH in Schwarzenbek - Bericht einer FSJlerin
Mein Name ist Lisa Gürtler und ich habe mein FSJ im Wohnhaus und bei den ambulanten und teilstationären Wohngruppen der Brücke SH absolviert.

Zu Anfang war das schon etwas befremdlich für mich, weil ich keine Ahnung hatte, was auf mich zukommt in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Ich machte mir Gedanken darüber, wie sind die Klienten? Welche Krankheiten haben sie? Wie äußern sich diese? Komm ich mit beiden Teams gut klar? Kriege ich das hin, beide Einsatzstellen abzudecken?

Doch das lief sich im Laufe der Zeit alles ein. Am Anfang war ich mehr im ambulanten Bereich tätig und später mehr im Wohnhaus. Je nachdem, wo mehr zu tun war. Die Mitarbeiter waren alle sehr nett und ich fühlte mich schnell in den Teams aufgenommen. Ich konnte Probleme jederzeit ansprechen und das hat auch meine Kritikfähigkeit gestärkt, weil man gleich mit mir geredet hat, wenn ich mal was falsch gemacht habe oder ich etwas hätte anders machen sollen. Das war ganz gut für mich, dass ich gelernt habe, damit umzugehen.

Nun zu meinen Aufgaben: Die waren sowohl im ambulanten Bereich als auch im Wohnhaus relativ gleich. Ich habe die Bewohner zu Arztterminen begleitet oder bin mit ihnen einkaufen gegangen. Zudem habe ich mit ihnen "Memory" oder "Mensch ärgere dich nicht" gespielt. Wenn die Bewohner Lust hatten, haben wir auch gebastelt. Vor allem zur Weihnachtszeit; das hat sehr viel Spaß gebracht.

Zudem gab es montags eine Schwimmgruppe, die eine Kollegin und ich zusammen geleitet haben. Einmal im Monat gab es eine Gedächtnisgruppe, die ich auch mit begleiten durfte. Donnerstags war bei uns immer großer Putztag, bei dem wir gemeinsam mit den Klienten ihre WGs gereinigt haben. Da habe ich die Kollegen tatkräftig unterstützt.

Nebenbei habe ich auch Botengänge gemacht. Ich habe die Rezepte aus der Tagesklinik geholt und zur Apotheke gebracht oder die Briefe zur Post. Wenn etwas besorgt werden musste, habe ich mich darum gekümmert. Zudem gab es auch immer viel Kontakt mit den Klienten. Wenn wir zusammen beim Essen saßen und wenn wir unterwegs waren, kam ich oft ins Gespräch mit den Bewohnern.

Es waren immer sehr nette und schöne Gespräche, aber teilweise auch sehr tiefgehende, weil die Bewohner mir dann auch ihre Geschichte erzählt haben. Das hat mir nochmal ganz bewusst vor Augen geführt, wie glücklich man eigentlich sein kann, dass man gesund ist.

Schon durch den Kontakt mit unseren Klienten habe ich gelernt, wie komplex die menschliche Psyche ist und dass es manchmal nur einen kleinen Moment braucht, um alles ins Wanken zu bringen.

Neben der Zeit in der Einsatzstelle, musste man als FSJ auch Bildungstage ablegen; 25 Tage insgesamt. Diese wurden in drei Hauptseminaren und ein Wahlseminar eingeteilt. Das Wahlseminar konnte man frei wählen und ich habe mich für das Thema Gebärdensprache entschieden, weil ich das ganz spannend fand.

Im Rahmen des FSJ sollten wir auch ein Projekt in unserer Einsatzstelle machen. Ich wollte den Bewohnern aber nichts aufdrängen, sondern sie sollten entscheiden, was sie gerne machen möchten. So ist die Musikgruppe entstanden. Wir haben Trommeln und Rasseln gebastelt und ein Liederbuch erstellt. Dann haben wir zusammen musiziert, getrommelt und gesungen. Wir haben uns donnerstags getroffen und hatten sehr viel Spaß zusammen.

Alles in allem war es ein sehr schönes Jahr. Es hatte seine Höhen und Tiefen, aber es war alles sehr lehrreich für mich. Ich bin in dem ganzen Jahr viel offener und selbstbewusster geworden und weiß auch jetzt, wo meine Grenzen liegen.

Dieses Jahr war auch der Wegbegleiter in meine Zukunft, weil für mich jetzt definitiv feststeht, dass ich Soziale Arbeit studieren möchte.
Wenn ich jetzt zurückblicke, würde ich mich jedes mal wieder für ein FSJ entscheiden und auch für die Brücke SH.

Ich sage erst einmal "Tschüss" und freue mich auf die Zukunft, die jetzt kommt.

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